Hier mal ein kleiner Bericht aus meiner Sicht:
Willkommen in den 80ern. So könnte der offizielle Claim des Centerparcs Hochsauerland in Medebach lauten. Hier reihten sich auf einem riesigen Areal Ferienbungalows, Hotelanlagen und Outdoor-Freizeitangebote aneinander und mittendrin stand der ehrfurchteinflößende Marketdome, in dem sich neben etlichen Restaurants, Schwimmhalle, Bowlingbahn und weiterem SchnickSchnack auch die Halle befand, in dem der DTFB die Deutschen Meister 2011 im Tischfußball ermittelte.
Die Kieler Fraktion reiste bereits am Freitag an, um am Warm-up DYP teilzunehmen. Während Bazzer und Bodo sich allerdings lieber für Samstag schonten und Michel und Dominik nicht alt genug waren, ließen sich die übrig gebliebenen Lars, Johann, Niels und Fabi mehr und weniger guten Partnern zulosen. Während Lars mit Longlong Krutwig vorlieb nahm, beschied mir die Losfee Dominik Baumann aus Berlin, seines Zeichens Stürmer wie ich. Daher stellte ich mich erst mal in die Box. Das lief dann tatsächlich auch prächtig. Während Dominik vorne meißelte und die Gegner vor allem mit seiner glänzend aufgelegten Fünfer und passenden Magnetfüßen auf der Dreier mürbe machte, hielt ich, was zu halten war und garnierte die Sätze mit ausgewählten Toren von hinten. So spielten wir uns bis zum 4. Platz vor und ließen unterwegs so namhafte Gegner wie Christian Heber, Klaus Gottesleben, Richard Röbbert und zu guter Letzt auch Lars und Longlong links liegen. Von 4 auf 3 bestanden allerdings Jens Roos und Johannes Kirsch auf ihren Sieg, den Jens Roos mit einem fulminanten Schieber zum 8:7 im letzten Satz besiegelte. Schon mal ein gelungener Start ins Wochenende.
Am Samstag kam ich schlaflos aus der Nacht - dem Junior und meinem Versagen beim Einschlafen sei Dank. Im ersten Spiel gegen die unvermeidlichen Saarländer schien ich allerdings endlich ins Land der Träume entschlummert zu sein, denn ich verpennte das ganze Spiel und somit verloren wir zwar knapp aber letztlich verdient 6:7. Zum Glück gab es in der Vorrunde noch 6 weitere Spiele, um diese Scharte auszuwetzen. Das konnte leider im folgenden Match gegen namentlich nicht weiter relevante Gegner noch nicht gelingen. Aber im dritten Spiel gesellte sich zu meiner passablen Dreiher auch eine Fünfer und so fuhren wir gegen Achtmann/Trinkaus einen umkämpften Sieg ein. Philip Achtmann, immerhin Most improved Player bei P4P in diesem Jahr, dachte scheinbar nach der Niederlage kurzzeitig über Mord nach. So wirkte auf jeden Fall sein Schrei nach dem letzten Ball. Jetzt ging es darum den Aufwärtstrend zu bestätigen. Das gelang gut gegen die Borscheider Lo Manto/Karaman, die wir glatt weg machten. Jetzt kam wieder Johannes Kirsch, der mit Partner mal wieder zum Stolperstein wurde. Unvergesslich dabei ein witziges Eigentor von Lars, auf das ihr ihn mal ansprechen solltet. Anschließend haben wir 2 Hannoveraner geschlagen, um gegen Deutinger/Bettinger aus Berlin ein echtes Endspiel zum Einzug in die Ko-Runde bestreiten zu dürfen. Hier spielten wir sehr gut und Lars machte mit 3 Hammerbanden wieder einen Top-Eindruck. Am Ende 7:5 für uns!
In der Ko-Runde, in die 44 Teams einzogen, begrüßte uns mit Dirk Wahl im Verbund mit Torhüter Andreas Stamm ein harter Brocken, der uns mit voller Wucht platt machte. Im Resümmee kann man sagen: Ich nix blocken, Lars nix halten = Tore-Gewitter à la Wahl. Da alles Einfach-Ko war, strichen wir an dieser Stelle die Segel. Dennoch eine gute Leistung mit positiver Bilanz in der Vorrunde.
Bei den anderen Kieler Doppeln zogen Johann und Niels ebenfalls in die Ko-Runde ein und scheiterten ebenfalls sogleich, leider an eigentlich gar nicht mal so guten Gegnern.
Bazzer und Bodo schlugen sich ebenfalls wacker in der Vorrunde, aber schrammten knapp vorbei.
Sonntag war Einzeltag und das schon ab 9!! Zum Glück hatte ich etwas mehr gepennt und somit ging es gleich von 0 auf 100. Zum Auftakt bat mal wieder Dirk Wahl zum Tanz. Ich nahm diese Begegnung zum Anlass, allerhand auszuprobieren und Dirk machte mit. So entwickelte sich ein rasantes Match, in dem mein Gegner aber leider mehr gelungene Aktion verbuchte und mich am Ende recht eindeutig zurück in den Krabbelkreis schickte. Danach kam eine Serie mit 3 Siegen. Kurze Geknicktheit aufgrund einer megastknappen Niederlage gegen Semin Mensah und schließlich der souveräne Einzug in die Ko-Runde. Dort begrüßte mich der auf Krawall gebürstete Philip Achtmann, der sich unbedingt für die Niederlage am Vortag im Doppel revanchieren wollte. Das gelang ihm glatt in 3 Sätzen und ich war raus. Trotzdem wieder zufrieden und mit einer positiven Bilanz aus der Vorrunde rausgekommen. Die anderen schafften es leider nicht in die Ko-Runde, wobei Bazzer am knappesten vorbeisegelte.
Unsere Junioren Michel und Dominik haben sich ebenfalls beachtlich geschlagen. Dominik 9. im Einzel und Michel 17. Michel hatte in seinem Spiel sogar schon 2 Sätze gegen den späteren Sieger geführt, aber dann leider noch die Flatter gemacht. Im Doppel belegten die beiden eine ebenfalls guten 9. Platz.
Was bleibt einem sonst noch so im Gedächtnis? Auf jeden Fall der Unmut einiger Spitzenspieler, die sich abfällig über das niedrige Niveau beschwerten und z.T. gleich zu Hause geblieben sind. Das empfanden wir als lächerlich, denn mit Spielern wie Auf der Heide, Strecker, Marks, Stoepel, Wahle, Heinrich, Hanke, Wahl, Brose, Harms, Andres fand ich das Turnier in der Spitze ganz gut besetzt und vor allem in der Breite tummelten sich eigentlich nur gute Amateur und Masterspieler. Also genau richtig für uns Neulinge.
Das Topping auf einem spannenden Turniertag war das Einzelfinale Wahle gegen Marks. Ein mitreißendes Match, in dem man nie sicher war, wer am Ende gewinnt. Marks torpedierte das Tor mit hammergeilen Jet-Wechslern, während Wahle nach jedem eigenem Tor ein zorniges "Jetzt reiß dich mal zusammen Johannes!" in die Halle brüllte. Es ging hin und her. Nach 2:2 musste ein Entscheidungssatz her, der natürlich bis zum letzen Ball ging. Nachdem Wahle den Kickergott noch laut um das Erscheinen "Von 2 Eier-Geschenken von irgendwoher" angefleht hatte, nahm Marks das Schicksal einfach selbst in die Hand und pfefferte den Matchball als grimmig entschlossene Bande ins Tor! Der anschließende Siegestanz hatte auf jeden Fall schon was Weltmeisterliches und das Publikum honorierte dies mit tosendem Beifall. Ein geiles Spiel!
Die Location war für ein Kickerturnier übrigens ideal wegen der kurzen Wege und der optimalen Spielverhältnisse. Die Tische waren alle top, der Ablauf mehr als reibungslos und die Spiele alle fair.
Unterm Strich ein geiles Wochenende, das ich so sofort wieder mitmachen würde!!